Bilharz

Brüderpaar Theodor und Alfons Bilharz


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Dr. Theodor Bilharz

Der bekannte Arzt und Forscher aus Sigmaringen, Dr. Maximilian Theodor Bilharz wurde am 23.März 1825 in Sigmaringen als Sohn des Hofkammerrats Joseph Anton Bilharz und der Elsa, geb. Fehr geboren. Das Abitur am Hedinger Gymnasium bestand Theodor mit der Note sehr gut .Von 1844 an absolvierte er ein zweijähriges philosophisches Studium an der Universität Freiburg mit den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Mineralogie, Botanik, Geologie, Archäologie, Antike Kunst, Geschichte, Ethik und Psychologie, um sich danach vom Herbst 1846 an dem medizinischen Studium an der Universität Tübingen zu widmen.


Dr. Theodor Bilharz

Zur Doktorwürde kam er durch eine Untersuchung über das Blut der wirbelloser Tiere . 1850 berief sein früherer Tübinger Lehrer, der Internist Professor Griesinger aus Kiel, den hochbegabten Sigmaringer als Assistent nach Ägypten. Dort lehrte und forschte Bilharz unter anderem an der Medizinschule und am Hospital Kasr-el-Ain. Bereits von 27 Jahren war er oberster Gesundheitsbeamter in Kairo.
Bei seiner Forschungstätigkeit entdeckte Bilharz den Erreger der Blutharnruhr, die nach ihm Bilharziose genannt wurde. Seither zählt der Sigmaringer zum Kreis der großen Forscher und Ärzte der Welt.
Im Alter von 30 Jahren wurde er in Kairo zum Professor der Anatomie ernannt. Ende März 1862 begleitete er Herzog Ernst von Coburg-Gotha bei einer Reise in das innere Ägyptens. Während der Reise leistete er einer an Typhus erkrankten deutschen Frau medizinischen Beistand und infizierte sich dabei. Bald befiel ihn starkes typhöses Fieber. Er starb am Abend des 9.Mai 1862 in Kairo.
Der Sigmaringer wurde auf dem Franziskanerfriedhof in Alt-Kairo beerdigt. Eine Zeitlang war das Grab des "Wohltäter Ägyptens", wie Bilharz in der Presse zuweilen gefeiert wurde, verschollen; 1930 wurde es unter abenteuerlichen Umständen wiederentdeckt.
Dass in Sigmaringen der Name >Bilharz< für die meisten Bewohner nach wie vor ein Begriff ist, hängt auch damit zusammen, dass es in der Kreisstadt eine Bilharzstraße, die Bilharzschule , die Bilharzharmonists und die Bilharzapotheke (im Geburtshaus Antonstraße 1) gibt. Beim Namen Bilharz denkt man aber nicht nur an den großen Forscher, sondern auch an seinen ebenfalls berühmten Bruder, den Arzt und Philosophen Dr. Alfons Bilharz (1836 bis 1925)
Für viele Sigmaringer ein Begriff ist zudem Dora Bilharz (geboren am 17.August 1884, gestorben am 6.Dezember 1960), von der nette Gedichte überliefert sind, ebenso Edwin Bilharz. Dieser 1829 geborene Bruder von Alphons und Theodor dichtete und komponierte und war einer der ersten Heimatfotografen in unserer Gegend.
(Aus: Hohenzollerische HEIMAT 50.Jahrgang Nr.5/Sept.2000 Gerd Bantle)


Dr. Alfons Bilharz

Ebenfalls zur Medizin hingezogen fühlte sich Alfons Bilharz, der 1836 in Sigmaringen geboren wurde und wie sein älterer Bruder das Gymnasium Hedingen besuchte. Neben der Medizin interessierte er sich vor allem für die Philosophie und unternahm viele Reisen, wie zum Beispiel zu seinem Bruder Theodor nach Kairo und hielt sich 13 Jahre in St. Louis in Nordamerika auf. Nach seiner Rückkehr nach Sigmaringen veröffentlichte er einige viel beachtete Schriften wie "Der heliozentrische Standpunkt der Weltbetrachtung" und "Erläuterungen zu Kants Kritik der reinen Vernunft".


Dr. Alfons Bilharz

Ab 1882 übernahm Alfons Bilharz für über 25 Jahre die Leitung des Fürst-Carl-Landesspitals in Sigmaringen und setzte sich mit all seiner Kraft für das Wohl seiner Patienten ein. Im Alter von 88 Jahren starb der angesehene Arzt und Philosoph in seiner Heimatstadt. Ein kleines und schlichtes Täfelchen erinnert heute am Geburtshaus in der Antonstraße, der heutigen Bilharzapotheke, an die zwei Brüder. Was manch ein Sigmaringer vielleicht nicht weiß, ihre Schwester Dora Bilharz, die 1884 geboren und 1960 gestorben ist, verfasste und veröffentlichte ein Buch "Ällerhand zom Schlotza. Schwäbische Mundartgedichte". Auch der 1829 geborene Bruder Edwin dichtete und es heißt, er war ein passionierter Fotograf. Selbst auf dem Mond hat der Name Bilharz Einzug gehalten - ein Mondkrater wurde nach Bilharz genannt. Beim nächsten Besuch in der Bilharzapotheke oder dem Blick zum Mond, könnte man ruhig ein Minütchen an Theodor und Alfons denken.


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