Meerkatzen und Papageienköpfe
Daniela Krezdorn Kunsthistorikerin Jugendkunstschule des Bildungszentrum Gorheim, Sigmaringen
Kinder erleben den Arzt und Wissenschaftler Theodor Bilharz auch als Künstler.
"Der Abend versammelt die ganze Familie am runden Tisch im Wohnzimmer. Plötzlich stockt die Plauderei-Theodor hält ein Blättchen empor. Es ist eine Karikatur seines Bruders Alfons. Alles lacht. und er muss seine übrigen künstlerischen Produkte hervorholen. Am liebsten malt er Tiere im menschlichen Gewand und mit menschlichen Allüren: mit Entenschnäbeln, Meerkatzengesichtern, Papageienköpfen, die sich gegenseitig hofieren, dirigieren, schikanieren:" (Gertrud Knabe: Im Kampf gegen die 11.Plage. Das Leben des Theodor Bilharz)
Die Blutharnruhr ist eine der verheerendsten Plagen nicht nur Ägyptens, sondern auch Afrikas, Asiens und Südmaerikas.
Der Sigmaringer Arzt Theodor Bilharz (1825-1862) entdeckte den Erreger dieser Krankheit, als er in Ägypten als junger Gelehrter half, das dortige Gesundheitswesen zu organisieren. Unter dem Namen Bilharziose ist die Krankheit auf der ganzen Welt bekannt.
Die Stadt ehrt ihren Bürger u.a.mit einer Bronzeplatte, der Benennung einer Straße, einer Apotheke und einer Grund- und Hauptschule.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehns der Bilharzschule startete man in Kooperation mit der Jugendkunstschule des Bildungszentrums Gorheim das Projekt: Die Karikaturen des Theodor Bilharz.
12 Grundschüler befassten sich eine Woche lang mit dem Leben und Werk des Arztes, besuchten die Stätten seines Wirkens in der Heimatstadt und widmeten sich ausgiebig den Kariakturen. Als Medium dienten großes Posterpapier, Pinsel und Tusche, Ölpastellkreiden, Aquarellbuntstifte in diversen farben. Die Kinder übernahmen die Ideen und übertrugen sie auf ihre individuelle Weise.
Während des Festaktes war die Ausstellung mit den Werken der Kinder die Attraktion. Selbst die noch lebenden Verwandten, die eigens sogar-aus Amerika-angereist warren, kannten diese Seite ihres Ahnen noch nicht. Es wurde mehr als deutlich, dass Theodor Bilharz minutiöses Zeichentalent, das er zur Darstellung seine mikroskopischen Funde benötigte auch künstlerisch kanalisiert wurde.


